29.05.17 - Leukämie Vortrag

Zum Wohle der Patienten

Am 29.05.2017 war Anita Waldmann, Vorsitzende der „Leukämiehilfe Rhein-Main e V.“ - LHRM - Gast der Nauheimer Landfrauen. Im bewährten Vereinsdomizil, dem Café Stelzer, wurde sie von Marita May, der stellv. Vorsitzenden der Landfrauen, begrüßt und stellte die von ihr initiierte Selbsthilfeorganisation mit Sitz in Rüsselsheim vor.

Frau Waldmann schilderte - unterstützt durch ihren an Daten und Fakten offensichtlich unerschöpflichen Laptop - die Entwicklung des Vereins und seiner Aktivitäten seit den Anfängen 1991. Ausgangspunkt war für sie damals die plötzliche Erkrankung des 25jährigen Sohnes an akuter Leukämie und die Tatsache, dass die Unterstützung für erwachsene Patienten und deren Angehörige quasi erst noch erfunden werden musste. Selbst die Suche nach Stammzellspendern steckte in den Kinderschuhen, da erst 2.500 Spender registriert waren und damit die Erfolgsaussicht im Einzelfall von eilig organisierten Typisierungsaktionen abhing. Heute dagegen könne man davon ausgehen, dass innerhalb von 3 Monaten ein passender Spender gefunden werde.

Auf entsprechende Nachfrage erläuterte Frau Waldmann, dass die Typisierung, aber auch eine eventuelle Stammzellenspende für den Spender inzwischen weitestgehend harmlos sei. Zur Typisierung werde nur noch mit einem Wattestäbchen aus dem Mund Zellmaterial aufgenommen. Bei entsprechender Eignung werden die Stammzellen aus dem Blut des Spenders herausgefiltert, das ihm sofort wieder zugeführt wird. In aller Regel sei die Entnahme aus dem Beckenkamm nicht mehr erforderlich.

Aber auch die Entwicklung der LHRM ging weiter. Sie war nicht nur Gründungsmitglied der "Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe" mit Frau Waldmann als Gründungspräsidentin, sondern ist nach mehr als 25 Jahren ehrenamtlicher Arbeit national und international in hervorragende Kompetenznetze mit Forschung und Ärzten, aber auch anderen Patientenorganisationen eingebunden, so dass man immer auf der Höhe der Zeit ist und Aktuelles sofort an Patienten und Angehörige weitergeben kann. Die Beratungs- und Informationskompetenz erstreckt sich seit langem auf alle Erkrankungen der Blutbildung. Der scheinbar etwas einschränkende Name des Vereins ergibt sich lediglich aus seiner Entstehungsgeschichte. Um beraten zu werden, muss man übrigens nicht Mitglied sein. Man kann ganz einfach bei der Geschäftsstelle in der Haßlocher Straße 118 in Rüsselsheim telefonisch einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren. Zu Recht sind die LHRM und Frau Waldmann stolz darauf, dass sogar die Berliner Charité einen Link auf die Seite www.lhrm.de geschaltet hat.

Zwischendurch wurden lebhaft Fragen gestellt. Natürlich wurde auch nach einer eventuellen Zunahme der Erkrankungen gefragt. Dies wurde von der Referentin verneint. Hierfür gebe es keinen Anhaltspunkt. Es sei nur so, dass sich die Diagnostik erheblich verbessert hätte. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf den Krebsatlas des Robert-Koch-Instituts- RKI. Ebenso sei z. Zt. kein Nachweis vorhanden, dass Leukämie vererblich sei. Dagegen hätten sich in den vergangenen 10 Jahren bei vielen Krankheitsbildern enorme Verbesserungen und Überlebenschancen ergeben. Ihr und der LHRM gehe es aber auch immer darum, für Behandlungsformen unter Berücksichtigung der Lebensqualität des Patienten zu kämpfen.

Nach diesem Statement wurde Frau Waldmann mit herzlichem Applaus und einer freundlichen Spende verabschiedet.


Bericht von Hannelore Lenz (Vorstandsmitglied der Rüsselsheimer Leukämiehilfe) / 30.05.2017


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